Archiv für Januar 2017

Wehret den Anfängen.

„Wir Deutschen sind das einzige Volk, dass sich ein Denkmal der Schande ins Herzen seiner Hauptstadt gesetzt hat.“

Nach dieser Äußerung flammt erst verspätet Applaus auf – im ersten Moment dürften die wenigsten Gäste im Saal erkannt haben, was Björn Höcke damit wirklich meint. Er spricht über das Holocaust-Mahnmal, eine Gedenkstätte für die über 6 Millionen Juden, die von Deutschen ermordet worden.
Höcke ist an diesem Abend bei der Jungen Alternative in Dresden zu Gast. Er fabuliert von seiner Vision in einer Sprache, die nicht an Veranstaltungen der NSDAP erinnert, sondern vielmehr ein und dieselbe Sprache ist. Das Publikum erhebt sich mehrmals, tosender Applaus, laute Zwischenrufe. Es ist beängstigend.

Diese Äußerungen sind nur ein Teil dessen, was an diesem Abend geschieht – und doch zeigt es in größter Grausamkeit, dass keine 80 Jahre nach dem größten Verbrechen der Menscheit, ein deutscher Politiker, der ab Sommer im Bundestag sitzen wird – sich so in der Öffentlichkeit äußern kann. Unter tosendem Applaus, online gesehen von mehreren 10.000 Menschen.

Höcke spricht über viele Themen an diesem Tagen, die eindeutig im rechtsextremen Spektrum verankert sind. Völlig selbstlos und voller Überzeugung kündigt er an: „Ich zeige euch den langen und entbehrungsreichen Weg zum absoluten Sieg.“ Eine Gleichsetzung eben dieses Endsieg-Begriffes mit den Äußerungen während des Nationalsozialismus ist unvermeidbar, vielmehr müssen diese Parallelen aufgezeigt werden.

Das Mahnmal in Berlin ist kein Zeichen der Schande. Es ist der Beweis was Deutschland für eine Verantwortung trägt. Eine Verantwortung die jeder einzelne tragen muss, weil jeder einzelne Deutsche dafür verantwortlich gewesen ist.

Wehret den Anfängen!

// Quelle: compact Achtung: Compact hat das Video geschnitten, ganze Version hier (ab 2:23)