& es gibt ihn doch noch.

Nun ist es also (wieder einmal) passiert. Das Thema, welches die deutschen Fußballstadien doch längst verlassen hatte – so dachten zumindest wohl die meisten. Doch insgesamt reiht es sich bloß in eine lange Geschichte ein. Duisburg, Aachen, Braunschweig. Dort waren es immer wieder Konflikte politischer Art, die Fangruppen aus dem Stadion drängten oder gar zur Auflösung zwangen.
Schon in diesen drei Fällen wurde die Kritik an der politischen Gruppe, oft war es ein Engagment gegen Rechtsextremismus und Rassismus, durch die übrigen Stadionbesucher geduldet oder noch unterstützt. Im aktuellen Fall findet sich die Quelle wohl sogar im „ganz normalen Zuschauer“.
Beim Fall da Costa geht es nicht um Ultras, Hooligans oder eine organisierte rechtsradikale Fangruppe, wie sie beim TSV 1860 seit Jahren im Block 132 steht. – Wir finden uns also nicht einmal im Osten Deutschlands wieder – sondern in Bayern. Und es dreht sich auch nicht um einen Dortspielplatz, sondern ein Spiel der zweiten Bundesliga.

Opfer der rassistischen Anfeindungen war der Ingolstädter Da Costa.
Es ist ein Vorfall. Doch er zeigt viel mehr. Er zeigt, dass dieser Rassismus da ist. Das er propagiert wird und das nur marginal wirklich aktiv gegen ihn vorgegangen wird. Ein Stadionsprecher ruft zu Respekt und Fairness auf. Wohingegen immerhin der Mitspieler später klare Worte findet: Einen dunkelhäutigen Gegenspieler permanent als ‚Scheiß N***r‘ , ‚Zurück in den Busch‘ zu beschimpfen und mit Affenlauten zu begleiten zeigt nur, dass Euer IQ knapp über dem eines verbrannten Toastbrotes liegt. Schließt euch zu Hause ein und labert mit dem rassistischen Müll euren Wandteppich voll, aber verschont uns alle mit dem Gedankengut

Doch was zeigt all dies? Hinter dieser Entwicklung steckt ganz offenbar, ohne diesen einen Vorfall überzubewerten, eine ideologische Festigung von Diskriminierung. Nachdem vergangene Woche ein Sinti und Roma – Verband darum gebeten hat, den begriff Zigeuner-Soße bzw. Schnitzler aus der Produktpalette zu streichen, gab es teilweise ekelerregende Artikel und Kommentare. Ein wahrlich zum Erbrechen anregender Artikel erschien in der Bild-Zeitung.

Hier wird gegen politische Korrektheit argumentiert, um seit Jahrzehnten etablitierten Rassismus bzw. Antiziganismus zur Akzeptanz zu bringen. Es werden Städtename und Sinnwörter mit diskriminierenden Thesen verstrickt und aus der „Wörtersuppe“ hinterher munter gefischt – getreu dem Motto: Das war schon immer so. Hört uns auf mit der politischen Korrektheit.
Ich persönlich werde mit zukünftig dann auch das Recht heraus nehmen jeden deutschen als „Nazi“ zu titulieren. Ganz einfach.

Bei den meisten Leuten stößt man auf Kopfschütteln. & durch politische Korrektheit scheint es fast so, als würde man Formen der Diskriminierung beinahe fördern. Otto Normal wird innerlich wohl denken: Was macht diesen Zigeuner besser, sodass sogar eine Soße umbenannt werden muss.

In Berlin – Hallersdorf wird in den kommenden Tagen ein Flüchtlingsheim eröffnet. „Warum ausgerechnet bei uns?“, fragen sich die Bürger. „Warum wo anders?“, frage ich zurück. In den Deutschen steckt der Rassismus immer noch. Das Fußballspiel in München zeigte nur wieder einen – von vielen – Ausbrüchen.