Musste mal gesagt werden.

Horidos lebt weiter!

In der Nacht vom 3. auf den 4. April wurde in das Vereinsheim der Sportfreunde Ronhof e.V. eingebrochen. Sämtliche relevante Zaunfahnen, sowie einige Schwenkfahnen unserer Gruppe wurden entwendet, indem mehrere Türen aufgebrochen wurden. Dies stellt für uns den härtesten Einschnitt in unserem nun fast sechsjährigen Bestehen dar und wir benötigten einige Tage, um uns nun zu Wort zu melden.

Der Schock sitzt nach wie vor tief und wird für immer Spuren in uns hinterlassen, die durch nichts und niemanden rückgängig gemacht werden können. Wir sehen uns folglich bis auf’s Weitere außer Stande, unseren Aktivitäten im Stadion wie gewohnt nachzukommen. Außer Stande, da uns nach wie vor eine Mischung unterschiedlichster Gefühle und Emotionen daran hindert. Wir wissen nicht, wann sich diese Starre löst, wir wissen nicht, wie viel Zeit wir benötigen. Eines wissen wir jedoch:

Es geht weiter! Wir machen weiter! Horidos lebt weiter! Ihr mögt unsere Fahnen haben; unsere Gedanken, unsere Beziehungen untereinander, unsere Werte und Ideale, unsere Ziele und Träume habt ihr nicht – ihr werdet sie niemals bekommen, ihr werdet sie uns niemals entreißen, ihr könnt sie nicht einmal verstehen.

Sie passen nicht in euer enges, verkapptes – ja gar reaktionäres und destruktives – Weltbild. Ein Weltbild, das euch besagt, „in Franken nur der FCN“, und das durch das Drehen, Biegen und Verschieben von Tatsachen, nach denen alle FürtherInnen und insbesondere Horidos „Lutscher“, „Fotzen“ oder mittlerweile auch „Juden“ sind, die sowieso nur Kindergarten machen und mit Bullen labern, konkrete Realisierung erfährt. Welche Affekte und Triebe bewegen Menschen, die sich durch an Vernichtungswahn grenzenden blinden Hass gegenüber anderen definieren, sich zeitgleich jedoch gegenüber der „Mainstreamgesellschaft“ als etwas „ehrenhaftes“ und „rebellisches“ darstellen und verstehen?

Selbstverständlich, und das betonen wir mit Nachdruck, gelten diese Ausführungen nicht für die gesamte Nürnberger Fan- oder Ultraszene und selbstverständlich sind AnhängerInnen der Spielvereinigung nicht automatisch die besseren Menschen. Dennoch ist das Fass schon lange übergelaufen, im Grunde wurde es schon seit Langem umgestoßen, immer und immer wieder. Hausbesuche, das Auflauern vor Schule und Arbeitsplatz, Attacken auf und das Abdrängen von Autos auf Autobahnen, Abfangen auf Heimwegen und vieles mehr sind Realität und haben das Ziel, uns kaputt zu machen. Drückt sich so der Slogan „Freiheit für Ultras!“ aus?

Nun habt ihr uns auch durch diese Aktion nicht vernichtet, was kommt also als nächstes? Was passiert, wenn es „keine Regeln“ mehr gibt? Wo führt das hin? Muss erst jemand liegen bleiben, damit ihr aufwacht?

Ultrà ist facetten- und abwechslungsreich. Ultrà kann so wunderschön sein, wenn der Kopf eben nicht durch einen Fußball ersetzt wird. Wir werden uns in keine Logiken verstricken, die uns aufdiktiert werden sollen und welche wir zutiefst ablehnen. Wir werden weiterhin tolle Momente erleben, schwierige Phasen durchlaufen, Fehler machen und aus diesen lernen. Wir werden unseren Weg weiter gehen!

Horidos 1000 im April 2013.

via Block 12