Archiv für März 2013

Von nichts gewuszt.

Fast 1500 Polizisten für gerade mal drei Fußballspiele am Wochenende in Sachsen. Rechnet man das Spiel in Halle dazu, wo unsere Reiterstaffel eingesetzt war, sind wir gleich bei 2500 Beamten. Ausschreitungen, Randale, brutale Angriffe auf die Polizisten – eine traurige Bilanz und höchst unsportlich. Hier muss sich was ändern.

Dieses Zitat stammt vom sächsischen Staatsminster im Bereich Inneres, Markus Ulbig – veröffentlicht auf seiner Facebook-Seite. Es folgten einige Kommentare und natürlich auch eine weitere Auskunft vom Minister:

Nach dem Spiel Aue/Dynamo griffen ca. 200 sogenannte „Dynamo-Fans“ die Polizei an, zwei verletzte Beamte, 15 Strafanzeigen. In Halle waren insgesamt ca. 1000 Polizisten im Einsatz. Davon eine Hundertschaft und die Reiterstaffel aus Sachsen.

Daraufhin machte sich der Schreiber vom Spuckelch-Blog die Mühe, einmal bei der POlizei selbst nachzufragen, ob es zu dem oben gennanten Vorfall nicht eine Pressemitteilung der Polizei gäbe. Antwort:

Da gibt es keine. (…) Es ist nichts weiter vorgefallen. Wozu sollen wir denn dann eine Pressemitteilung herausgeben.

Schade.

Immerhin kam unser Markus noch auf die Idee, ein paar mehr populistisches Thesen rauszuhauen:

(…) Ich will, dass man zukünftig in ein Stadion gehen kann, ohne zu befürchten durch Pyrotechnik verletzt zu werden oder in Schlägereien zu geraten. Daran arbeiten wir alle gemeinsam: Polizei, Behörden, Vereine und nicht zuletzt die weitüberwiegende Masse der wirklichen und friedlichen Fans. Das ist die beste Fankultur, die es gibt.
Für mich sind Faustschläge gegen Polizisten immer noch ein brutaler Angriff. Darüber werde ich nicht diskutieren. Der Kollege beim Spiel Aue/Dynamo musste anschließend ins Krankenhaus.
Ausschreitungen, Randale, brutale Angriffe auf die Polizisten – Gewalt am Rande oder beim Fußball – das ist und bleibt für mich inakzeptabel. Gewalt schadet dem Fußball. Innerhalb der „Fankultur“ muss es einen klaren Konsens gegen Gewalt geben. Fußballstadien sind kein rechtsfreier Raum.

Umso dümmer, dass nur einen Tag später, ein Polizist in einem Berufungsurteil eine gemilderte Starfe zugesprochen bekam. Statt Gefängnis heißt es nun Bewährung.
Und weshalb war er angeklagt? Zwei Faustschläge ins Gesicht.

Zwei weitere Aritkel findet ihr hier und hier & wer den netten CDU-Politiker Markus bei Facebook stlaken will, der findet hier sein hübsches Profilbild.

Der Rechtsstaat am rechten Rand.

Die Bremer Ultras-Gruppen Infamous Youth und Ultra Team Bremen durften sich vor einigen Wochen einmal mehr die Sinnfreiheit unseres Rechtsstaates gefallen lassen und mussten eine komplette erkennungsdienstliche Behandlung über sich ergehen lassen, Grund: Verkehrsbehinderung in einem verkehrsberuhigtem Bereich.

Am 02.03.2013 kam es am Osterdeich zu einem aus unserer Sicht unverhältnismäßigen Einsatz der Polizei Bremen, den wir nicht unkommentiert lassen wollen.

Auf dem Weg zum Stadion wurde eine 80 Personen umfassende Gruppe von mehreren Einheiten mit Unterstützung der BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) am Weitergehen gehindert und von den Beamt*innen in einen privaten Hinterhof geführt um dort einer umfassenden Personalienfeststellung unterzogen zu werden. Das Laufen auf der Straße, eine Ordnungswidrigkeit, war für die Polizei Bremen der angebliche Anlass für die 90 Minuten andauernde Festsetzung der Gruppe. Für uns bestehen mehrere Anhaltspunkte, welche darauf schließen lassen, dass es sich hierbei um eine geplante Aktion der Polizei Bremen handelte.
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