Archiv für Januar 2013

Etwas das bleibt.

Ich koennte hier jetzt meinen Senf zur Aufloesung der Aachen Ultras dazugeben, wie es schon diverse andere Blogs, SpiegelOnline und einige Zeitungen getan haben. Ich kann auch einfach meinen Mund halten und andere reden lassen, in diesem Fall den CantonaSuperstar-Blog, der etwas sehr wichtiges dazu schreibt:

Zum Schluss bleibt wiedermal zu sagen, dass Politik eben nicht da anfängt, wo Diskriminierung widersprochen wird. Politik fängt an, wo Diskriminierung gedacht und letztlich in die Tat umgesetzt wird – In den Köpfen, in Gesängen, auf Tapeten, in Gewalttaten – im Alltag dieser Gesellschaft und den Stadien dieser Republik.
Never give up!

Dem ersten Teil wuerde ich sofort zustimmen, doch dann kommt diePhrase „Never give up!“. Ist es nun ein Aufgeben od. ein (Versuch) des Aufweckens? Vor einigen Wochen habe ich noch selbst ueber das „Bessersein der Ultra-Bewegung“ gesprochen bzw. eben auch ihr Scheitern und versucht Gruende zu finden.
Einige stellen die Aufloesung der Aachen Ultras bereits mit Rostock und Dresden gleich, wo ebenfalls linke Gruppe aus dem Stadion verdraengt worden sind. Die Unique Rebells haben gaenzlich aufgegeben, die Solo Ultras besuchen nur noch Jugendspiele. Wo liegt nun die Konsequenz seine Ideale zu vertreten und wo uebersteigt die Subkultur eindeutig den Gesundenmenschenverstand – denn ich verueble es niemandem, der kein Bock auf ’ne Woche Krankenhausbett hat, bloss weil er seinem Verein oder seiner Gruppe die bedingunslose Treue versprochen hat.

In Aachen hat nun (vorerst) eine Gruppe kapituliert. Kapituliert vor einer anderen Gruppe und einem Haufen untaetiger Vereinsoffizieller und einer politisch ‚ausblendenden‘ Fanszene.

Nun muss ich selbst zugeben, dass es oftmals keinen Weg gibt, der unabdingbar richtig und moeglich ist. Wenn es den Aachen Ultras durch ihre Aufloesung gelingt eine Oeffentlichkeit zu schaffen, die nach der mangelhaften Abschliessung des „Sicheres Stadion“-Papiers nun in einer Auseinandersetzung mit dem (aktuellen) Thema „Rechtsextremismus in den Stadien“ muendet, kann ich die Aufloesung gutheissen. – Glauben tue ich daran allerdings kaum.

Dennnoch bleibt am Ende der Respekt fuer den Kampf der ACU und die Solidaritaet auf ihrem weiteren Weg!

Kaempfen Ultras – Kaempfen!

Es mag scheinen, als habe ich es insgesamt auf Handball-“Ultras“ abgesehen und suche ganz penetrant das Schlechte an ihnen – man kann das aber auch anders sehen – Also ueberlasse ich Euch die Entscheidung. Nachdem Minden und Flensburg mittlerweile ins Netz gegangen sind, trifft es nun die Zapporters Dessau. Die hatten eigentlich Hallenverbot, aber jetzt duerfen sie doch wieder in die Halle und das alles erklaert die Mitteldeutsche Zeitung wiefolgt:

Allerdings schafften es beide Seiten nicht ohne fremde Hilfe. Die Dessauer Polizei brachte beide Seiten wieder an einen Tisch. Auf Einladung des Leiters des Polizeireviers Dessau-Roßlau, Jörg Schwabe, fanden sich Vorstandsmitglieder, Verein und Fangruppe zu einem im schönsten Dienststellendeutsch formulierten „vertrauensbildenden Gespräch“ zusammen, wie es in einer Pressemitteilung des Polizeireviers Dessau heißt. In dieser wird ausgeführt, dass „die Gesprächspartner dem richtigen Ansatz, dem Dialog zwischen Fans und Verein, folgen konnten und im Abschluss des Gespräches eine gemeinsame Vereinbarung, welche ein dauerhaftes, auf wechselseitigem Vertrauen basierendes Verhältnis, schafft, unterzeichneten“.

„Wir wollten das so“, erklärt DRHV-Präsident Thomas Zänger zufrieden, weshalb beide Seiten nur durch Vermittlung Dritter wieder zueinander fanden.

Die in dem Gespräch getroffene Vereinbarung regelt das Verhalten beider Seiten zueinander und legt dabei genau fest, was die Zabporters künftig in der Anhalt-Arena dürfen und was eben nicht. Choreografie ja, auf den Stühlen stehen nein, um zwei Beispiele zu nennen.

Fassen wir es kurz zusammen: Da rufen die netten herren in Bruen / Blau bei Verein und Fans (Ultras?) an. Es gibt ein Treffen und einen unterschriebenen „Vertrag“. – Von alleine waere dieser Verein naemlich nicht auf die Fans zugegangen – Das wollten sie nicht. Immerhin: Die Polizei, dein Freund und Helfer, sorgt dafuer, dass die Jungs und Maedels nun wieder rein duerfen, aber nicht auf den Sitzen stehen. Geil!

Die Zapporters aeussern sich, abgesehen vom verlinken eben jenes Zeitungsberichtes, auch kurz&knapp:

etztendlich können wir mit Stolz behaupten, gekämpft und niemals aufgegeben zu haben. Es lohnt sich immer zu kämpfen. Für unsere Gruppe, für unsere Ideale und für unsere Stadt. Über drei Monate hat man sich bemüht und nun durfte man die Arena wieder offiziell betreten.

Ultras! Never Surrender!