Archiv für November 2012

12:12? Fünf vor 12.

Das Leben ist so einfach. Es geht darum am Ende mit einem Lächeln auf den Lippen zu sterben und von sich sagen zu können: Ich habe alles richtig gemacht. Ehrlich und ohne sich selbst zu belügen.Doch genau das ist offenbar nicht so einfach…

Die Ultra-Bewegung hat sich zu Eigen gemacht zu pauschalisieren und zu generalisieren. Ultras reduzieren sich gegenseitig auf ihre negativen Eigenschaften und verallgemeinern diese auf die komplette Subkultur. Dies ist besonders dahingehend auffällig, dass es mittlerweile Gang und Gäbe ist Wertungen vorzunehmen. Das eigene Auftreten wird nur noch in einem Minimalkonsens reflektiert und übedacht, während den Aktionen und dem Handeln der restlichen Subkultur eine Aufmerksamkeit zu Teil wird, die einer Bewunderung nahekommt. Jedoch reduziert man in der Realiatet dann auf das Negative und bewertet dies sowohl implizit, wie auch explizit.

Ultra‘ hat ein Basisproblem und dieses Problem findet seine Ursache in einer gnadenlosen Selbstüberschätzung eines jeden Ultras, wohl sogar einer ganzen Subkultur.
Säumen wir das Pferd von hinten auf:
Wir leben im absoluten Spätkapitalismus, in einer Überfluss und Konsumgesellschaft, die keine Grenzen mehr kennt – mittlerweile sind wir in der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten angelangt, die eigentlich auch den letzten Zweifelern die Aufen öffnen sollte . Dieses System schafft sich seine eigene Lebensgrundlage:in jedem mordernen westlichen Land erzieht und bildet das System seine Söhne und Töchter. Allerdings arbeitet dieses Mechanismus nicht in Form von ‚die Revolotuion erzieht ihre Söhne und Töchter‘, sondern die Uniformität, Gehorsamkeit, Passivität (…) wird geschaffen – einzig um des Willens der totalen Kontrolle, um eine dauerhafte Konformität mit dem existierenden Wertesystem zu sichern und so das Fortbestehen von Hierachien, Bürokratien etc. – dem Staatswesen zu gewährleisten – ohne Kritik zuzulassen, ohne Verbesserung zu schaffen.
Ultras leben tagtäglich in dieser Welt. Wir wurden in ihr geboren und erzogen und verstehen und durchschauen sie bis zu einem Gewissen Masse sogar. Wir sind aber nicht besser, wir haben sie eben nicht überwunden. Es ist uns maximal gelungen einen kleinen Ausbruch aus dem System zu schaffen. Dieser mündete jedoch im zuvor erwähnten Problem: der ‚minimale‘ Ausbruch aus diesem System führte zu einer Selbstüberschätzung der Ultra-Bewegung – man empfnad sich selbst als ‚besser‘. Im Endeffekt – und damit greife ich vorweg – macht uns dieser Akt allerdings keineswegs zu heroischen Revolutionären oder Weltverbessern.
Es ist den Ultras zweifelsohne gelungen einen eigenen kleinen Mikrokosmos zu schaffen – aufgebaut großteils auf Werte der vorausgegangenen Gesellschaft, jedoch ohne sich ansatzweise zu politisieren. [zumindest wird dies oftmals behauptet]

Es stellt sich mir die Frage, ob ich für immer in einem kleinen Mikrokosmos leben möchte, angelehnt und im Endeffekt kontrolliert vom System des eigentlichen Staates und ob ich dann ernsthaft behaupten kann, etwas Eigenes,Freies und wirklich Besseres geschaffen habe.

Wenn, und davon gehe ich aus, wir Ultras wirklich besser sind, ist es unabdingbar sich zu politisieren. Genauso unabdingbar ist allerdings auch eine selbstehrliche und autentische Grundlage – Es muss gelingen wirklich hinter der Sache zu stehen und nicht bloß leere Phrasen zu propagieren.
Sollten wir uns dafür entscheiden weiterhin im Kleinen fortzufahren und sich als Teil des Ganzen zu betrachten, geht dies nur in Form von Kompromissen und Anpassungen an die herrschende Kraft und das existierende System. Schön und gut für einen jeden, der sich damit arrangieren kann.
Ist es aber unser so oft erhobener Ansrpuch sich abzugrenzen, zu rebellieren und ‚besser zu sein‘, ist dies nur über eine kollektive Veränderung möglich. Dieser Veränderung muss von uns ausgehen und kann zweierlei erfolgen:
Wir beschränken uns weiterhin auf das sportliche Betätigungsfeld – ohne Kompromisse einzugehen und werden über kurz oder lang mit wehenden Fahnen untergehen und unser (definitiver) Untergang könnte sogar immer noch zu der zweiten Variante führen – wobei dies eher unwahrscheinlich ist. Die zweite Therie lautet folgendermaßen:
Die Interessensgebiete (die grundlgend längst existieren) werden über das Gebiet des sportlichen erweitert, hin zu einer allgemeinen Gesellschafts- und Systemkritik.
Längst sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Subkultur zu einem Politikum geworden ist. Es ist nun an uns auf der Stelle zu verharren und sich mit der Situation zurecht zu finden oder einen, vielleicht sogar zwei Schritte nach vorne zu gehen – ohne den genauen Verlauf des Weges vorherrsehen zu können.

Wie bereits angedeutet, existiert die Ultra-Bewegung aktuell in einem Mikrokosmos, der angelehnt ist an bereits existierende Staaten und Systeme. Man bedient sich oftmals einer strengen Hierachie, kombiniert mit einem Dogmatimus der auf den absoluten Wahrheitsanspruch eines jeden (!) Ultras – hier befindet sich ein Widerspruch – aufbaut, einer Bürokratie bzw. einem bürokratischen Gruppenaufbau und somit auch einem autoritären Denken und Handeln – schlussendlich wurde radikal also kaum etwas verändert oder verbessert – ohne damit definitiv existierende Erfolge der Ultra-Bewegung unter den Tisch kehren zu wollen.
Weiterhin werden kontinuierlich neue Probleme in den eigenen Reihen gehschaffen. So finden sich zwar die Ansätze eines reflektierten und aufgeklärten Denkens über Missstände und Schwierigkeiten, bedingt werden auch Lösungsansätze erarbeitet. Jedoch, und das ist die größte Fessel, werden diese Dinge nur gedacht. Es findet in der Praxis dieses Handeln nicht statt, sondern es bleibt bei leeren Phrasen: sei die Frage der Kommerzielisierung, der Gewalt oder eben politische Aspekte (Sexismus, Antifaschismus,…). Selbstehrlichkeit und Authentizität erscheinen oftmals als Fremdwörter.
Parallel zu diesem mangelhaften eigenen Handeln, dass nicht konform mit den eigenen Aussagen läuft, findet – wenn überhaupt – eine minderwertige Erziehung des Nachwuches statt. Somit lässt sich nicht einmal eine hoffnungsvolle Prognose für die Zukunft tätigen. Vielmehr erscheint es oftmals, als tragen wir auf dem einen Fuß längst Sieben-Meilen-Stiefel, die uns unaufhaltsam vorwärtstragen, wohingegen der andere Fuß noch in einem Kinderschuh steckt.
Der Ansatzpunkt zur etwaigen Verbesserung ist folglich (relativ) leicht zu finden – und er soll keineswegs auf einen Neubeginn hinauslaufen, weil Ideen, Ansprüche und Strukturen / Organisationsformen bereits entstehen, allerdings nicht prkatiziert werden.

Es ist an uns, die existierende Basis zu einem standhaften Fundament zu erweitertn! Ein Blick in die Welt offenbart uns, zu welchen Taten Ultras und ihre Strukturen fähig sind.
Im Ursprungsland der Ultras kämpfen die Ultras seit Jahren gegen ihre Vernichtung. In Frankreich werden ähnlich Wege eingeschlagen, um die kritische Existenz ‚Ultra‘ stumm zu machen und in Ägypten gelang es den Ultras sogar den Umschwung in ihrem Land mit zu gestalten.
Lassen wir es nicht so weit kommen, bis wir handeln müssen, um überhaupt zu überleben. Lasst uns unsere Stärke ausspielen und unserer Existenz frühzeitig Kontinuität verleihen.

“Lasst uns unsere Wünsche für die Wirklichkeit nehmen!”