Wehret den Anfängen.

„Wir Deutschen sind das einzige Volk, dass sich ein Denkmal der Schande ins Herzen seiner Hauptstadt gesetzt hat.“

Nach dieser Äußerung flammt erst verspätet Applaus auf – im ersten Moment dürften die wenigsten Gäste im Saal erkannt haben, was Björn Höcke damit wirklich meint. Er spricht über das Holocaust-Mahnmal, eine Gedenkstätte für die über 6 Millionen Juden, die von Deutschen ermordet worden.
Höcke ist an diesem Abend bei der Jungen Alternative in Dresden zu Gast. Er fabuliert von seiner Vision in einer Sprache, die nicht an Veranstaltungen der NSDAP erinnert, sondern vielmehr ein und dieselbe Sprache ist. Das Publikum erhebt sich mehrmals, tosender Applaus, laute Zwischenrufe. Es ist beängstigend.

Diese Äußerungen sind nur ein Teil dessen, was an diesem Abend geschieht – und doch zeigt es in größter Grausamkeit, dass keine 80 Jahre nach dem größten Verbrechen der Menscheit, ein deutscher Politiker, der ab Sommer im Bundestag sitzen wird – sich so in der Öffentlichkeit äußern kann. Unter tosendem Applaus, online gesehen von mehreren 10.000 Menschen.

Höcke spricht über viele Themen an diesem Tagen, die eindeutig im rechtsextremen Spektrum verankert sind. Völlig selbstlos und voller Überzeugung kündigt er an: „Ich zeige euch den langen und entbehrungsreichen Weg zum absoluten Sieg.“ Eine Gleichsetzung eben dieses Endsieg-Begriffes mit den Äußerungen während des Nationalsozialismus ist unvermeidbar, vielmehr müssen diese Parallelen aufgezeigt werden.

Das Mahnmal in Berlin ist kein Zeichen der Schande. Es ist der Beweis was Deutschland für eine Verantwortung trägt. Eine Verantwortung die jeder einzelne tragen muss, weil jeder einzelne Deutsche dafür verantwortlich gewesen ist.

Wehret den Anfängen!

// Quelle: compact Achtung: Compact hat das Video geschnitten, ganze Version hier (ab 2:23)

„Mama, ich sitze neben einem Maschinengewehr“

Vielfalt ist das Stichwort dieser Reise.

Neben farbenfrohen Blüten und saftig, grünen Landschaften, neben scheinbar unendlichen, steppenartigen Quadratkilometern und Steinwüsten, an denen sich das Auge nicht sattsehen kann, neben der einzigartigen Lage zwischen Mittelmeer, Rotem Meer und Totem Meer, bewegt vor allem der Glaube dieses Land.

Im Alltag fest verankert, ist der Konflikt für viele Israelis eine normale Angelegenheit. Und so bewegten wir uns nicht nur durch atemberaubende Landstriche und den Ursprung drei großer Weltreligionen, sondern damit verbunden auch auf eine Reise zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarländern Jordanien, Syrien, Libanon, Ägypten & Palästina.

Wir trafen Menschen, die ihre Zeit beim Militär genossen haben und andere, die auch noch Jahre danach ihre Erinnerungen daran unter den Tisch trinken. Wir schliefen bei Menschen, die alles mit uns teilten und bei anderen, die neben herkömmlichen Haustieren auch Kakerlaken neben der Gästematratze beherbergen.

Schwer vorstellen konnte ich mir vorher, dass ich eines Tages in einem Kibbutz mit in einem Fledermauskostüm über die Tanzfläche schwebe und dazu nervige Lieder der Charts lauthals mitsinge.

Eine zweiwöchige Flucht in eine andere Welt war es. Zwei Wochen genießen, lernen, abschalten, diskutieren. Und nach einem Fingerschnips sitze ich wieder im altbekannten Büro und bearbeite meine Excel-Tabellen.

Tiefpunkte.

Das Leben hat gute und schöne Seiten. Während ich in Patras auf der Fähre stand und im Hafen die Polizei versuchte Flüchtlinge davon abzuhalten sich unter den LKW’s zu verstecken wurde ich mir meiner Privilegien wieder einmal bewusst.

Wir bestiegen die Fähre gen Bari für gute 20h. Unterwegs fand ich nicht nur einen Ausweis, sondern auch ein iPhone- und gab beides ab. Kharma und so.
10 Minuten vor der eigentlichen Ankunft erkundigten wir uns dann mal, ob die Sache in Sachen Pünktlichkeit auch hinkommt. Natürlich nicht. Die Tendenz ging in 1,5h Verspätung – was per Durchsatz auch circa 15 Minuten nach der eigentlichen Ankunft mitgeteilt wurde. Fein, dass daraus dann gute zwei Stunden wurden.

In Bari öffnete der Himmel dann seine Pforten für uns und machte uns sprichwörtlich bis auf die Unterhose nass. Nach einer unbequemen Nacht, kaum Essen und einem verpassten Bus, war das Balsam auf unsere Seelen.
Es half also nur ein Taxi zum Busbahnhof und der Kauf einer neuen Fahrkarte mit gleichzeitigem Verzicht auf unseren Aufenthalt in Neapel.
Völlig im Eimer und mit mieser Laune schlief man dann auch ein. Immerhin sollte einen früh morgens eine warme Dusche aus den Federn holen – doch falsch gedacht. Pünktlich um 07:30 Uhr brüllte ein zitternder Körper das B&B wach, weil das Wasser kalt blieb. Selbst die Espresso -Maschine bediente einen nur mit lauwarmer Brüche und das Unheil War vollkommen.

Immerhin die Bahn nach Neapel kam und der sagenumwobene Untergrund sollte uns fesseln. 7 Euro ärmer und eine halbe Stunde später hieß es jedoch erneut : reingefallen. Sicher kein völliger Müll, nach drei kostenfreien Tagen in Athens antiken Stätten aber verdammt mau.

Der eigentliche Sinn dieser Tour blieb bekanntlich aber beim Fußball und so hieß es dann auch pünktlich per schöner Circumvesuviano: Aufbruch nach Castellamare di Stabia. Das Derby zwischen Juve Stabia und Beneventou stand an. Doch das ungute Gefühl und unser Glück sollten sich fortsetzen: am Stadion nur gute zwanzig Menschen mit Sporttasche. Auf unsere Frage nach einem Fußballspiel gab es die Antwort : Friendly match – first team against youth. Und das Derby? War gestern.
In mir brach alles zusammen.

Zwischen Unglück, Wut und Hass kam ein fixer Gedanke : sollte doch in Sorrento das Stadt-Derby steigen, welches man wegen diesem Spiel sausen ließ. Erneut ging es per Bahn gen Sorrento und im fixen Schritte zum Stadion.
Dort erwartete uns ein alter Herr und verkündete freudig: auf Sonntag verlegt!
Dieser Tiefschlag saß.

Man musste erkennen, dass Kharma wohl nicht alles ist. Ein Spiel verpasst, ein zweites verlegt – und das dritte ebenfalls angepeilte Spiel, welches bisher keine Erwähnung fand, da in der Planung nicht erreichbar – fand folglich ohne uns in einem wunderschönen Stadion am anderen Ende der Halbinsel statt.

Es War irgendwie ein Gefühl der Demut. Wir sanken müde in unserem Bett im Zimmer zusammen. Heute War nicht unser Tag. Jetzt half es wohl nur noch den Frust von der Seele zu schreiben – aber wie sollte es anders sein: der Laptop wir leer und die italienische Steckdose boykottiert unser Ladegerät – wohingegen es alles andere inkl. der Handys annahm.

Naja, was soll’s. Per Handy wollte man dann Mitleid in sozialen Netzwerken sammeln und bekam als erstes die Meldung angezeigt : Ultra-Gruppen in Casablanca verboten.

Warte… Wohin habe ich noch vor einer Woche meine nächste Reise gebucht? Casablanca.

Birra Morretti, Peroni – her damit. Prost!

In einem unbekannten Land…

Ach, was haben die Leute sich ereifert:
„Was wollt ihr denn da?!“ // „Bei den Terroristen?“ // „Zu den Kamel-Fickern?“
Ja, wir haben beinahe überlegt, ob wir Bekannten, Freunden und weniger wichtigen Menschen überhaupt noch erzählen sollen, was wir vorhaben.

Ein Reisebericht kommt noch, ein paar Bilder gibt es hier schon.

Geschichten…

von verpassten Anpfiffen und VIP-Karten mit All you can eat – Buffet.
von ausgedrückten Zitronen auf dem Kopf deines Freundes.
von kleinen Kindern, schlafend in Urinpfützen am Bahnhof einer EU-Hauptstadt.
von sechs Millionen Toten, aufgelistet in einem Buch.
von dem Gedanken am friedlichsten Ort der Welt zu sein und doch zu wissen, dass es der grausamste ist.
von vor fett-triefenden Würsten mit Meerrettich.
von BBC World-Akkreditierungen und überfluteten Toiletten.
von Eseln in der Medina afrikanischer Städte.
von Personalienkontrollen mit Angstschweiß und Zugfahrten in der 1. Klasse.
von Salafisten, welche dich mit „Heil Hitler“ begrüßen.
von Aktzeichnungen, die einem eine junge Muslime im Zug schenkt.
von Nächten auf schwedischen Parkbänken und englischsprechenden Obdachlosen.
von Wienern in Amsterdam und dem Ende des schönsten Cafes der Stadt.
von Torwart-Toren im völligen Alkoholrausch.
von Bergpässen in Bussen, die einen erstarren lassen und an den Sitz klammern.

… von den Geschichten eines Jahres. Von Geschichten, die das Reisen schreibt. Von Dingen, die einen nach dem Sinn fragen lassen. Davon, dass einen nichts aufhält. Von guten und schlechten Zeiten.

Making me speechless

Dear Basketball,

From the moment
I started rolling my dad’s tube socks
And shooting imaginary
Game-winning shots
In the Great Western Forum
I knew one thing was real:

I fell in love with you.

A love so deep I gave you my all —
From my mind & body
To my spirit & soul.

As a six-year-old boy
Deeply in love with you
I never saw the end of the tunnel.
I only saw myself
Running out of one.

And so I ran.
I ran up and down every court
After every loose ball for you.
You asked for my hustle
I gave you my heart
Because it came with so much more.

I played through the sweat and hurt
Not because challenge called me
But because YOU called me.
I did everything for YOU
Because that’s what you do
When someone makes you feel as
Alive as you’ve made me feel.

You gave a six-year-old boy his Laker dream
And I’ll always love you for it.
But I can’t love you obsessively for much longer.
This season is all I have left to give.
My heart can take the pounding
My mind can handle the grind
But my body knows it’s time to say goodbye.

And that’s OK.
I’m ready to let you go.
I want you to know now
So we both can savor every moment we have left together.
The good and the bad.
We have given each other
All that we have.

And we both know, no matter what I do next
I’ll always be that kid
With the rolled up socks
Garbage can in the corner
:05 seconds on the clock
Ball in my hands.
5 … 4 … 3 … 2 … 1

Love you always,
Kobe

Addictive. – The drug is football.

& ManegeFrei wächst weiter. Es klang schon immer durch, die meisten Texte drehten sich um dieses Thema – und nun wollen wir es intensivieren.
Fußball. Werft einen Blick auf die Rubrik „Addictive.“, welche wir regelmäßig füllen werden.